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Kartentelefon
Simon Stephens
2 | HEISENBERG
Schauspiel. Deutsch von Barbara Christ.
Premiere | Donnerstag, 11. Oktober 2018 | 20 Uhr
Vorstellungsdauer | 2 Std. | Eine Pause

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Normalerweise geht man Menschen wie der 42jährigen Georgie besser aus dem Weg. Dem deutlich älteren Alex aber bleibt gar keine Wahl. Wie eine Naturgewalt bricht die exaltierte Frau in sein Leben: Im belebten Bahnhof küsst sie ihn einfach in den Nacken. Eine Verwechslung, wie sich herausstellt – was Georgie nicht daran hindert, Alex ab jetzt hinterherzulaufen und ihm ungefragt ihr Herz zu öffnen. Sie sei Killerin, nein, Kellnerin, nein, Sekretärin. Ihr Mann ist tot. Einerseits stört die Chaotin Georgie seinen pedantisch geregelten Alltag, andererseits verliebt er sich in sie . . .

Die schräge Liebesgeschichte eines Großstadtpaares als physikalisches Experiment.

Natürlich fällt der Name "Heisenberg" nie, aber sie ist irgendwie doch immer da, seine Unschärferelation aus der Quantenphysik: Georgie erklärt sie so: "Wenn man etwas intensiv beobachtet, begreift man, dass man unmöglich sagen kann, wohin es sich bewegt und wie schnell es dorthin gelangt." Mit dieser Unsicherheit, das was uns umgibt, nicht genau bestimmen zu können, gilt es auch auch immer wieder in zwischenmenschlichen Beziehungen zu leben . . . 

Der britische Dramatiker Simon Stephens ist aus der Kaderschmiede des Londoner Royal Court Theatres hervorgegangen, und er weiß, wie man das macht: ein gutes Stück. Sonst wäre er wohl kaum fünfmal in den letzten zehn Jahren von der deutschen Theaterkritik zum wichtigsten fremdsprachigen Autor gewählt worden. Nach der New Yorker Uraufführung 2015 folgte die deutsche Erstaufführung 2016 in Düsseldorf. Seitdem zählt HEISENBERG aktuell zu den beliebtesten Liebesgeschichten auf deutschen Bühnen.

Olga Lageda aus Nischni Nowgorod / Russland arbeitet nach DIE SCHROFFENSTEINS – EINE FAMILIENSCHLACHT zum zweiten Mal als Bühnen- und Kostümbildnerin am WBT. Am 13.10.1978 gab Meinhard Zanger in Köln sein Schauspiel-Debüt als 15jähriger Maurerlehrling Ludwig in dem Drama Mensch Meier von Franz-Xaver Kroetz. Aus Anlass seines 40jährigen Bühnenjubiläums übernimmt er jetzt die Rolle des 75jährigen Metzgers Alex Priest
 
Inszenierung  | Tanja Weidner
Bühne & Kostüme | Olga Lageda
Choreographie | Szusana Piene & Wolfgang "El Lobo" Knöbel
Dramaturgie | Silvia Drobny

Mitwirkende | Ivana Langmajer & Meinhard Zanger

PRESSESTIMMEN:
[...] Zangers Darstellung des Pedanten, dessen Alltag genau geregelt ist und der noch immer seiner ersten – und letzten Liebe aus Jugendzeiten hinterhertrauert, ist einfach gelungen. Und auch anrührend, wenn ihn seine Gefühle übermannen und er wortlos die Tränen laufen lässt.

Das Stück gewinnt nach der Pause – weil es auch die Beziehung tut. Und das ist in diesem Fall wirklich schön mit anzusehen. Tanja Weidner zeigt in ihrer Inszenierung den Wandel der beiden: Alex wagt sich ein bisschen vor, flieht sogar mit Georgie nach New York, um ihren Sohn zu suchen, und sie steigt von der Kinderschaukel, auf der sie so gerne sitzt.

Ihr Bühnenbild stellen sich beide übrigens fast alleine zusammen, sie schieben Stellwände und schleppen Requisiten. Nur ab und zu werden sie von schönen Bildern auf der Leinwand unterstützt. Aber Beziehung ist ja halt Arbeit.
 Die Glocke, 14.10.18

Ein 75-jähriger Mann, eine 42-jährige Frau. Was kann daraus werden? Eine ganze Menge, wie sich in dem anrührenden Beziehungsstück HEISENBERG zeigt, das am Donnerstagabend im Wolfgang-Borchert-Theater in Münster Premiere feierte. Intendant Meinhard Zanger als alternder Metzger Alex Priest und Ivana Langmajer als temperamentvolle Mittvierzigerin Georgie Burns ernteten in dieser schlüssigen und zielstrebigen Inszenierung von Tanja Weidner abschließend rhythmischen und stehenden Applaus. [...]
Diese hat Olga Lageda entworfen und mit Bedacht eine Ausstattung gewählt, die wie eine abstrakte Versuchsanordnung anmutet. Wenn die beiden Akteure also in einen neuen Raum wechseln, verschieben sie zwei Stellwände gegeneinander, zusätzlich leuchten Projektionen auf. Der Tisch, an dem das sich allmählich näherkommende Pärchen speist, schwebt einfach als Platte von der Decke.

Die Charaktere, die hier aufeinandertreffen, sind für sich schon kurios genug. Hier der pedantische, im Leben irgendwie zu kurz gekommene und festgefahrene Metzger Alex Priest, dort die temperamentvolle Georgie Burns, die den ergrauten Mann am Bahnhof mit einem Kuss in den Nacken auf sich aufmerksam macht und ein seltsames Spiel der Annäherung betreibt. Meinhard Zanger spielt den intellektuell anspruchsvollen und offenbar lebensklugen Metzger mit einer Mischung aus pedantischem Einzelgängergehabe und einem feinen Ansatz jener köstlichen Komik, die zuweilen bei verkorksten Männerfiguren im Gefolge Loriots zu beobachten ist. Ivana Langmajer verleiht ihrer Figur Georgie ein verbales Temperament, das sich aus Lebenslust, aber auch aus der Not familiären Verlusts speist; denn sie sucht ihren Sohn, was aber erst peu à peu als starke Triebfeder ihrer Sehnsucht nach Partnerschaft und Hilfe sichtbar wird. Wie sich die beiden, die erstaunlich schnell auf der Bodenmatratze landen, um erst dann in tiefere psychologische Schichten vorzustoßen, in diesem Stück auf der Bühne des Borchert-Theaters umkreisen, ist spannend, zuweilen komisch, in jedem Fall aber anrührend. Zumal auch bei dem scheinbar so erkalteten und verkrusteten Senior alte Schicksals-Schichten freigelegt werden und die Tränen fließen.
Die gelegentlichen verbalen Ausfälle in die Gossensprache passen wohl zum britischen Bühnen-Slang, aber eigentlich nicht so recht zu den beiden sonst recht kultiviert auftretenden Typen, die Simon Stephens hier ersonnen hat. Doch die beiden, die sich schließlich auf die Suche nach Georgies Sohn in die Staaten begeben, haben ja schließlich auch noch andere Überraschungen zu bieten und sind eben nicht linear angelegt. So darf sich der Zuschauer sogar noch auf einen feinen Tango in diesem Stück einstellen. Und am Ende erleichtert erkennen, dass Liebe unendlich mehr ist als eine physikalische Versuchsanordnung, ein hormonelles Irresein oder eine chemische Reaktion.
 Westfälische Nachrichten, 12.10.18

Das Stück arbeitet nach dem Motto: es muss nicht unglaublich viel auf der Bühne passieren, wenn in den Menschen viel passiert. Für mich haben beide Figuren eine sehr reiche Geschichte mit vielen Enttäuschungen erlebt, sind aber trotzdem noch unglaublich lebensfroh. Die beiden Charaktere fordern sich gegenseitig, aber geben sich aber auch sehr viel. Das auf der Bühne so zu zeigen, gelingt dem Stück sehr gut woran auch die beiden Schauspieler Ivana Langmajer und Meinhard Zanger einen großen Anteil haben. [... ]Die Geschichte, die in Heisenberg erzählt wird, ist eine Geschichte zwischen zwei Menschen, die sehr interessant ist. Und das ist sie auch, oder grade weil ich nicht das gleiche Alter habe.
 Radio Q, 16.10.18