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Kartentelefon
Lutz Hübner | Sarah Nemitz
3 | WUNSCHKINDER
Schauspiel. 
Premiere | Donnerstag, 30. November 2017
Vorstellungsdauer | 1h 40 Min. | Keine Pause

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Fotos © Klaus Lefebvre

Vier Monate nach dem Abi besteht Marcs Leben aus schlafen, essen, kiffen und feiern. Seine Eltern sähen es gerne, wenn er sich um seine Zukunft kümmern würde, aber Marc findet, dass das bis später warten kann. Dann lernt er Selma kennen. Sie macht eine Ausbildung, hat zwei Jobs, holt ihren Abschluss an der Abendschule nach und umsorgt ihre psychisch kranke Mutter. Sie hat einen guten Einfluss auf Marc – finden dessen Eltern. Doch dann wird Selma schwanger. Marcs Eltern schalten direkt in den Problemlösungsmodus, doch damit beginnen die Konflikte erst . . .

Zwischen Null-Bock und Nur-Das-Beste-Wollen finden sich Dialoge, die jeder kennt, der Kinder oder Eltern hat.

Lutz Hübner und Sarah Nemitz, beide zunächst Schauspieler, beweisen in den von ihnen verfassten Stücken immer wieder Gespür für Themen und Figuren, die aktuell und realistisch sind. Aus ihrer Feder stammt das Kultstück FRAU MÜLLER MUSS WEG, das Kathrin Sievers am Wolfgang Borchert Theater in der Saison 2012/13 inszenierte und mittlerweile in nunmehr fünf Jahren mehr als 145 Mal gespielt wurde. Ebenso wie in dem legendären Elternabend beobachten und beschreiben Hübner/Nemitz auch in WUNSCHKINDER die handelnden Menschen sehr präzise. Die Stücke des Autoren-Duos gehören mittlerweile zu den meistgespielten an deutschsprachigen Theatern.

Inszenierung | Kathrin Sievers
Bühne &
Kostüme | Annette Wolf

Mit Rosana Cleve
[Selma] | Monika Hess-Zanger [Bettine] | Andrea Jolly [Kathrin] | Johannes Langer [Marc] | Jürgen Lorenzen [Gerd] | Jessica Walther-Gabory [Heidrun]

Pressestimmen
Das Stück gefällt nicht nur dramaturgisch und sprachlich, sondern auch choreographisch - eine gelungene Premiere mit einem gut aufgelegten Ensemble. [...]

Das Labyrinth aus Ebenen, schiefen Stegen und ein paar Designermöbeln (Bühne: Annette Wolf) deutet an [...]: Es geht um die verschlungenen Pfade heutiger Erziehungswirklichkeit und Generationenkonflikte. [...]

In der Hängematte... chillt... der 19-jährige Marc (punktgenau: Johannes Langer), ein Schlaffi erster Güte, der nach dem Abitur nicht recht weiß, wohin es ihn treiben soll. Vater Gerd (stark: Jürgen Lorenzen) ist der Papa, trägt als "Head of Development" einen jener bescheuerten amerikanischen Managertitel und gibt auch in der Familie den alerten Problemlöser. [...] Mutter Bettine (überzeugend: Monika Hess-Zanger) verkörpert die Glucke im Haus, die sogar leidet, wenn der Nerd sein Aufladekabel vergessen hat.
[...] Zielgerichtet führt das Borchert-Ensemble den Familienkonflikt auf die Spitze, und die Lautstärke zwischen Möbeln und Stegen erreicht hohe Phonzahlen. Bis Selma (kraftvoll: Rosana Cleve) die Bühne des Lebens betritt und der junge Mann sich anschickt, durch LIebe selbstständig zu werden. [...] Selmas Mutter Heidrun, fein gezeichnet von Jessica Walther-Gabory, wandelt sich vom depressiven Opfer prekärer Lebensumstände in eine pädagogisch patente Frau [...]

Die Treffsicherheit dieser Familienstudie entlädt sich in langem Applaus für Regie und Akteure.
Westfälische Nachrichten, 2.12.17

(...E)s wird gelacht, es fängt sehr leicht und komödiantisch an und das ist das Besondere bei Lutz Hübner und Sarah Nemitz.

(...D)er Vater ist sehr, sehr zynisch und Jürgen Lorenzen spielt ihn und er hat einen großen Spaß an diesem ganzen boshaften Pointen. (...)

Und das ist die Kunst dieses Stückes, es fängt als Komödie an wird immer ernster und am Schluss sogar sehr ruhig und poetisch. Also ein Stück das wirklich auch zu Gefühlen durchdringt. (...)

(...I)ch hab’s gemerkt, wie sehr die Zuschauer dran waren. Das ist ein Theater, das einfach auch gewollt wird und es ist auch hoch interessant bei diesen Stücken, das gilt jetzt nicht nur für WUNSCHKINDER, zu bemerken, wie reagieren die Zuschauer. Da waren sehr, sehr viele auf der Seite des Vaters, der sich über seinen Sohn da beschwert, weil sie genau das nachvollziehen können. Das war halt die Generation. Ich denke wenn mal mehr jüngere Leute im Publikum sind, dann wird das da auch völlig anders, das ist ein sehr kommunikatives Theater. Ich muss übrigens auch sagen, gerade die beiden jungen Schauspieler, Johannes Langer und Rosana Cleve sind wirklich ausgezeichnet. Also auch hier ein hervorragendes Ensemble. Und die Regisseurin Kathrin Sievers, hebt es auch ein bisschen aus dem Realismus heraus, sie hat eine Bühne entwickelt auf der verschiedene Szenen auch parallel filmschnittartig in einander geblendet werden können und das gibt dem ganzen (...) noch einen gewissen Drive. Also das ist sehr unterhaltendes Theater und extrem nah am Leben.

(...) Lutz Hübner und Sarah Nemitz [sind] direkt und auf die Gegenwart bezogen, die beiden haben und das ist natürlich auch eine Qualität von Drehbuchautoren, die haben einfach Dialoge, die dem Leben abgelauscht sind und so ein bisschen komödiantisch zugespitzt sind. Ja das macht einfach Spaß und das ist dann auch ein Stück über das man sich dann auch unterhält.
WDR 3 Mosaik, 1.12.17

Die Bühne ist ein kleines Meisterwerk. Podeste, Laufstege und schiefe Ebenen ermöglichen parallel zu bespielende Schauplätze. Auf der rechten Seite, dort wo das Geld zu Hause ist, lümmelt Marc ganz oben in seiner Hängematte – 19 Jahre alt und „zu 100 Prozent elternfinaziert“, wie sein Vater grimmig anmerkt, während die Mutter für den Müßiggang des Sprößlings immer wieder Verständnis aufbringt. Schließlich ist sie die Mutter. (...)

Kathrin Sievers‘ Inszenierung im Borchert Theater macht Spaß, betont aber auch die ernsten Seiten der Geschichte. Und die finden sich vor allem bei Selma und ihrer Mutter. Die beiden leben in prekären Verhältnissen, aus denen sich Selma herausarbeiten will. Und zwar aus eigener Kraft und ohne gönnerhafte Hilfe von außen. Weil Marc und seine Eltern das nicht begreifen, kommt es zu allerlei Missverständnissen, die zu allerlei kleinen, aber auch größeren Dramen führen, bei denen keiner der Beteiligten mehr eine richtig gute Figur macht. „Wunschkinder“ seziert Verhaltensmuster, sowohl im gesellschaftlichen als auch im privaten Rahmen. Männer urteilen anders als Frauen, arm anders als reich. Man muss sich also zusammenraufen, um das Beste aus der Situation zu machen. Diesen Prozess zeichnet das sechsköpfige Ensemble auf durchaus sehenswerte Weise nach. Erfreulich auch, dass sich die Autoren nicht auf ein süßliches Happy End einlassen.
GIG, Januar 18